Wie viel Koffein hat eine Tasse Kaffee?

Wie viel Koffein hat eine Tasse Kaffee – das Geheimnis aufgedeckt | Foto: Karnav, adobe stock

Für einen guten Start in den Morgen benötigen zahlreiche Menschen einen „Energiekick“: den Kaffee. Allerdings stand der Wachmacher aufgrund seines Koffeingehalts in den vergangenen Jahren in der Kritik. Wie viel Koffein hat eine Tasse Kaffee? Welche Unterschiede bestehen zwischen Filterkaffee, Espresso und Kaffee-Milch-Gemischen hinsichtlich des Koffeingehalts? Besitzt entkoffeinierter Kaffee kein Gramm Koffein mehr? Ein Koffein-Überblick über die beliebten Heißgetränke liefert die Antworten.

Was ist Koffein?

Der Kaffeekonsum stieg im Jahr 2023 in Deutschland auf ein Rekordhoch. Laut einer Markterhebung, die der Deutsche Kaffeeverband in Auftrag gab, tranken die Bundesbürger im Schnitt vier Tassen des koffeinhaltigen Heißgetränks täglich. Das bedeutet im Fall von klassischem Filterkaffee und Co., dass sie ihrem Körper über den Tag verteilt eine Menge Koffein zuführten.

Die Substanz, dank der der morgendliche oder nachmittägliche Kaffee als „Wachmacher“ fungiert, zählt zu den Purin-Alkaloiden. Hierbei handelt es sich um pflanzliche Abwehrstoffe, mit denen sich die Kaffeepflanze vor Fressfeinden schützt.

Nimmt der Mensch Koffein in sich auf, offenbart das pharmakologisch aktive Element jedoch einen stimulierenden Effekt.

Wie wirkt Koffein auf den menschlichen Körper?

Wer in die Welt des Kaffees eintaucht und das koffeinhaltige Heißgetränk zum ersten Mal probiert, lernt rasch seine Wirkung kennen. Nach der oralen Einnahme braucht Koffein rund eine Dreiviertelstunde, um über den Magen-Darm-Trakt in den Organismus zu gelangen. Hier setzt es schnell seine drei Hauptwirkungen frei:

  • Stimulation des zentralen Nervensystems
  • Anregung von Stoffwechsel und Herztätigkeit
  • Steigerung der Konzentrationsfähigkeit

Zudem ergab eine Studie der UPK Basel sowie der Universität Basel, dass sich Koffein auf die graue Substanz in Hirn und Rückenmark auswirkt.

Wie kommt die anregende Wirkung von Kaffee zustande?

Durch den Genuss von Kaffee fühlen sich die meisten Verbraucher wacher. Das liegt an der Aufgabe, die das Koffein im Körper übernimmt. Es dockt an die Adenosin-Rezeptoren an und verwehrt damit dem hier normalerweise ansässigen Molekül den Zugang.

Adenosin hält im Normalfall aktivierende Neurotransmitter, darunter Noradrenalin und Dopamin, im Organismus in Schach. Dadurch weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt ab und ein Gefühl der Müdigkeit kann entstehen.

Indem Koffein diesen Effekt verhindert, sammeln sich die Transmitter im Blut, die Gefäße verengen sich und der Blutdruck steigt leicht an. Dadurch fühlen sich Kaffeetrinker weniger müde und teils sogar „aufgeputscht“.

Warum ist der Koffeingehalt von Kaffee zu Kaffee unterschiedlich?

Kaffeesorten unterscheiden sich in Wert, Geschmack und Koffeingehalt. Letzterer variiert und hängt hauptsächlich von den verwendeten Kaffeebohnen ab.

Im Schnitt enthalten diese sortenabhängig ein bis 2,6 Prozent Koffein. Eine Arabica-Rohkaffeebohne trägt 1,2 Prozent der Substanz in sich. Bei einer Robusta-Kaffeebohne sind es 2,2 Prozent und damit rund die doppelte Menge.

Neben der Art der Kaffeebohnen wirken sich weitere Faktoren auf den Koffeingehalt in Kaffee aus:

  • Hitzeeinwirkung während der Kaffeeröstung
  • Mahlgrad des Kaffeemehls
  • Temperatur beim Aufbrühen

Ebenfalls entscheidet die Zeit, in der der Kaffee zieht, über die in dem Heißgetränk enthaltene Menge an Koffein.

Wie wirkt sich die Röstung der Kaffeebohnen auf den Koffeingehalt im Kaffee aus?

Der Grad der Röstung von Kaffeebohnen nimmt auf deren Koffeingehalt aufgrund der meist zu niedrigen Temperaturen keinen direkten Einfluss. Allerdings entsteht ein indirekter Effekt.

Beim Röstvorgang geben die Kaffeebohnen Feuchtigkeit ab und gewinnen an Volumen. Dadurch nehmen dunkel geröstete Bohnen, obwohl sie weniger wiegen, mehr Raum ein als ihre hell gerösteten Pendants.

Messen Kaffeefans bei der Zubereitung ihres Lieblingskaffees die verwendeten Kaffeebohnen mit dem Messlöffel ab, passiert Folgendes:

  • Aufgrund ihres geringen Volumens passen mehr helle als dunkle Kaffeebohnen auf den Messlöffel.
  • Die Verwendung hell gerösteter Kaffeebohnen bei der Kaffeezubereitung bedeutet im Vergleich zu dunkleren Bohnen dadurch einen höheren Koffeingehalt pro Tasse.
  • Folglich kann der Grad der Röstung die Koffeinmenge in einer Tasse einer Kaffeespezialität beeinflussen.

Allerdings kommt dieser Effekt nur bei der Messmethode nach Augenmaß zustande. Nutzen Feinschmecker eine Küchenwaage, um die Kaffeebohnen abzumessen, wirkt sich ihr Röstgrad nicht auf die Koffeinmenge im zubereiteten Heißgetränk aus.

Wie viel Koffein hat ein Espresso?

Bereiten sich Genießer mit einem Espressokocher wie dem Bialetti einen Espresso zu, erwartet sie ein kräftiger „Koffein-Kick“. 200 Milliliter enthalten durchschnittlich drei- bis viermal mehr Koffein als die gleiche Menge an klassischem Filterkaffee.

Jedoch hat die Rechnung einen Haken: Eine typische Espressotasse ist deutlich kleiner als eine Kaffeetasse. Daher beschränkt sich die Menge eines Espressos meist auf 35 Milliliter.

Diese besitzen abhängig von den gewählten Kaffeebohnen für die Espressozubereitung 35 bis 100 Milligramm Koffein. Der Durchschnittskoffeingehalt einer Tasse Espresso liegt demnach bei rund 68 Milligramm.

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Wie viel Koffein hat ein doppelter Espresso?

Bei einem doppelten Espresso, dem Caffè Doppio, verbrauchen Kaffeeliebhaber für die Zubereitung die zweifache Menge an Wasser und Kaffeepulver. Folglich ergibt sich pro Tasse eine Duplizierung des Heißgetränks. Statt 35 Millilitern gönnen sich Feinschmecker mit einem Mal 70 Milliliter Espresso.

Die doppelte Menge der Kaffeespezialität bedeutet auch eine Verdopplung des Koffeingehalts. Dieser liegt sortenabhängig bei 70 bis 200 Milligramm Koffein – im Durchschnitt also 135 Milligramm.

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Wie viel Koffein hat eine Tasse Kaffee?

Abhängig von der genutzten Kaffeebohnensorte beläuft sich die Koffeinmenge in 200 Millilitern Filterkaffee auf 80 bis 100 Milligramm. Den Durchschnittswert beziffert die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit mit 90 Milligramm.

Wie viel Koffein hat ein Latte macchiato?

Im Gegensatz zu Filterkaffee und Espresso enthält ein Latte macchiato mehr als den reinen Kaffee. Er setzt sich aus drei Schichten zusammen, jeweils einem Drittel:

  • Espresso
  • Milch und
  • Milchschaum

Klassischerweise nutzen Baristas für die Herstellung eines Latte macchiato einen Standardespresso als Basis. Das entspricht einer Menge von 35 Millilitern und damit einem durchschnittlichen Koffeingehalt von 60 bis 70 Milligramm.

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Wie viel Koffein hat entkoffeinierter Kaffee?

Ein Blick auf die Geschichte des Kaffees zeigt, dass der entkoffeinierte Kaffee bereits im frühen 20. Jahrhundert entstand. Seine Erfindung geht auf das Jahr 1903 und den Bremer Kaffeehändler Ludwig Roselius zurück.

Nach drei Jahren Forschung erhielt er 1906 das Patent für das nach ihm benannte Verfahren zur „Kaffee-Entkoffeinierung“. Im Jahr 1907 kam der entkoffeinierte „Kaffee HAG“ auf den Markt.

Inzwischen führen zahlreiche Marken mindestens eine Kaffeesorte ohne Koffein im Sortiment. Der Gedanke, dass entkoffeinierter Kaffee kein Milligramm der Substanz enthält, entpuppt sich jedoch als Fehlschluss. Im Schnitt beinhaltet eine Standardkaffeetasse mit 240 Millilitern entkoffeiniertem Kaffee zwei Milligramm Koffein.

Fazit

Seinen Ruf als „Wachmacher“ und „Konzentrationsbooster“ verdankt Kaffee seinem hohen Koffeingehalt. Pro Tasse schwankt dieser abhängig von der gewählten Kaffeespezialität zwischen 35 und mehr als 200 Milligramm. Auch in entkoffeiniertem Kaffee befindet sich noch eine geringe Menge an Koffein. Wie viel der Substanz täglich tatsächlich in den menschlichen Körper gelangt, hängt von der Anzahl der konsumierten Kaffeegetränke, deren Zubereitungsart und den verwendeten Kaffeebohnen ab.

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